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	<title>Diversity Archive - TEILZEIT.TALENTE</title>
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		<title>Mehr Frauen in Führung durch mehr Frauen in Führung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Fink]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 May 2021 10:27:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht nur durch die Quotenregelung für Vorstandspositionen stehen immer mehr Unternehmen vor der Frage, wie sie den Anteil von Frauen in Führung nachhaltig erhöhen können. Ich bin überzeugt, dass der Wille zu mehr Diversität durch einen höheren Anteil weiblicher Führungskräfte auf allen Ebenen in vielen Organisationen da ist. Aber selbst dann ist das oft alles nicht so einfach. Denn einfach nur mehr Frauen einzustellen, reicht oft nicht aus. Viele Unternehmen haben heute Programme zur Förderung weiblicher Führungskräfte am Laufen. Und trotzdem verlassen Frauen oft nach kurzer Zeit die Unternehmen wieder oder fallen in der Familienphase durchs Raster. Woran liegt das? Rahmenbedingungen müssen zur Lebensrealität der Frauen passen Aus meiner Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit ambitionierten Frauen kann ich zwei wesentliche Gründe nennen, warum viele Organisationen es nicht schaffen, ausreichend Frauen in Führung zu bringen. Der erste Punkt betrifft Frauen in der Familienphase. Diese Frauen haben sich im Unternehmen erfolgreich in eine Führungsposition vorgearbeitet. Sie haben sich an die Spielregeln der Organisationen angepasst und spielen das Spiel erfolgreich mit. Das bedeutet in vielen Organisationen immer noch: Viel und hart arbeiten, immer am Ball blieben, laut sein und sein Revier verteidigen. Bekommen diese Frauen Kinder, wird genau das zum Problem. Jede, die (kleine) Kinder hat weiß, wovon ich spreche. Auch wenn die Betreuungssituation stimmt – Kinder werden krank, haben einen schlechten Tag und/oder schlafen mal schlecht bis gar nicht. Unter diesen Umständen entsteht bei den meisten Frauen der Wunsch für eine Weile ein bisschen kürzer zu treten. Und ja, es hilft, wenn Männer sich gleichberechtigt an der Erziehungsarbeit beteiligen. Aber es löst das Problem meist nicht völlig auf. &#160; Doch dieses ‚für eine Weile kürzertreten‘ ist in der DNA dieser Organisationen nicht vorgesehen. Wer nicht mehr mit kommt, ist raus. Meist gibt es keine Möglichkeiten Führungspositionen in Teilzeit wahrzunehmen. Und wenn, heißt es für die betroffenen Frauen oft nur, dieselbe Arbeit in weniger Zeit zu machen. Nachhaltige Lösungen zielen darauf ab, Führungsverantwortung auf mehrere Schultern aufzuteilen. Beispielsweise im Rahmen eines Führungstandems oder durch selbstorganisierteres Arbeiten in Modellen geteilter Führung. Diese Rahmenbedingungen zu schaffen ist die erste und vergleichsweise einfache Hausaufgabe für diese Organisationen. Führungskultur an die Bedürfnisse und Werte der Frauen anpassen Sind diese wichtigen Rahmenbedingungen geschaffen bleibt eine zweite Hürde, die wesentlich schwieriger zu beseitigen ist. Ich habe oben bereits das Thema Führungskultur angesprochen. Inzwischen höre ich beinahe täglich von Frauen, die überhaupt keine Lust auf Führung haben. Und zwar nicht, weil die Rahmenbedingungen nicht passen, sondern weil die Führungskultur nicht passt. Da fallen Sätze wie ‚Das tue ich mir nicht an.‘ oder ‚Darauf habe ich echt keine Lust (mehr).‘. Das finde ich aus Sicht der Unternehmen besonders besorgniserregend. Denn Kultur ist nichts, was sich schnell und einfach ändern lässt. Hier sind Mut, neue Ideen und langer Atem gefragt. Führung ist in diesen Organisationen immer noch durch eher männliche Werte wie Durchsetzungsfähigkeit, Wettbewerb und Kontrolle geprägt. Doch viele Frauen möchten genauso nicht (mehr) führen und auch nicht geführt werden. Werte wie Kooperation, Vertrauen und Ergebnisorientierung stehen für sie im Fokus. Doch wie kann dieser Wandel gelingen? Die Antwort ist so einfach wie paradox. Wer mehr Frauen in Führung haben will, muss mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Frauen, die den Wunsch und den Willen haben, etwas zu verändern. Denn Kultur verändert sich dadurch, dass neue Werte vorgelebt werden. Damit das gelingen kann braucht es eine starke Rückendeckung für diese Pionierinnen. Erst dann können sie im Unternehmen wirksam werden und (für Frauen) attraktive Umfelder schaffen. Läuft das gut, kann ein Dominoeffekt entstehen, der die Vorteile der neuen Führungskultur auch in andere Bereiche der Organisation überschwappen lässt und mehr Frauen in Führungspositionen anzieht. Frauen in Führung heißt auch Männer in Führung Ich bin davon überzeugt, dass es unser Ziel sein sollte, zu einem guten Gleichgewicht der verschiedenen Werte zu kommen und ein attraktives Umfeld für verschiedene Menschen zu schaffen. Dazu müssen wir mehr Frauen nachhaltig in Führungspositionen bringen. Denn Diversität in Bezug auf Meinung, Haltung und Ideen sowie deren Management im Unternehmen werden in Zukunft einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren sein.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://teilzeittalente.de/mehr-frauen-in-fuehrung/">Mehr Frauen in Führung durch mehr Frauen in Führung</a> erschien zuerst auf <a href="https://teilzeittalente.de">TEILZEIT.TALENTE</a>.</p>
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<p>Nicht nur durch die <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/meilenstein-fuer-mehr-frauen-in-fuehrungspositionen-164124">Quotenregelung für Vorstandspositionen</a> stehen immer mehr Unternehmen vor der Frage, wie sie den Anteil von Frauen in Führung nachhaltig erhöhen können. Ich bin überzeugt, dass der Wille zu mehr Diversität durch einen höheren Anteil weiblicher Führungskräfte auf allen Ebenen in vielen Organisationen da ist. Aber selbst dann ist das oft alles nicht so einfach. Denn einfach nur mehr Frauen einzustellen, reicht oft nicht aus. Viele Unternehmen haben heute Programme zur Förderung weiblicher Führungskräfte am Laufen. Und trotzdem verlassen Frauen oft nach kurzer Zeit die Unternehmen wieder oder fallen in der Familienphase durchs Raster. Woran liegt das?</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Rahmenbedingungen müssen zur Lebensrealität der Frauen passen</h2>
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<p>Aus meiner Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit ambitionierten Frauen kann ich zwei wesentliche Gründe nennen, warum viele Organisationen es nicht schaffen, ausreichend Frauen in Führung zu bringen. Der erste Punkt betrifft Frauen in der Familienphase. Diese Frauen haben sich im Unternehmen erfolgreich in eine Führungsposition vorgearbeitet. Sie haben sich an die Spielregeln der Organisationen angepasst und spielen das Spiel erfolgreich mit. Das bedeutet in vielen Organisationen immer noch: Viel und hart arbeiten, immer am Ball blieben, laut sein und sein Revier verteidigen.</p>
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<p>Bekommen diese Frauen Kinder, wird genau das zum Problem. Jede, die (kleine) Kinder hat weiß, wovon ich spreche. Auch wenn die Betreuungssituation stimmt – Kinder werden krank, haben einen schlechten Tag und/oder schlafen mal schlecht bis gar nicht. Unter diesen Umständen entsteht bei den meisten Frauen der Wunsch für eine Weile ein bisschen kürzer zu treten. Und ja, es hilft, wenn Männer sich gleichberechtigt an der Erziehungsarbeit beteiligen. Aber es löst das Problem meist nicht völlig auf. &nbsp;</p>
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<p>Doch dieses ‚für eine Weile kürzertreten‘ ist in der DNA dieser Organisationen nicht vorgesehen. Wer nicht mehr mit kommt, ist raus. Meist gibt es keine Möglichkeiten Führungspositionen in Teilzeit wahrzunehmen. Und wenn, heißt es für die betroffenen Frauen oft nur, dieselbe Arbeit in weniger Zeit zu machen. Nachhaltige Lösungen zielen darauf ab, Führungsverantwortung auf mehrere Schultern aufzuteilen. Beispielsweise im Rahmen eines Führungstandems oder durch selbstorganisierteres Arbeiten in Modellen geteilter Führung. Diese Rahmenbedingungen zu schaffen ist die erste und vergleichsweise einfache Hausaufgabe für diese Organisationen.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Führungskultur an die Bedürfnisse und Werte der Frauen anpassen</h2>
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<p>Sind diese wichtigen Rahmenbedingungen geschaffen bleibt eine zweite Hürde, die wesentlich schwieriger zu beseitigen ist. Ich habe oben bereits das Thema Führungskultur angesprochen. Inzwischen höre ich beinahe täglich von Frauen, die überhaupt keine Lust auf Führung haben. Und zwar nicht, weil die Rahmenbedingungen nicht passen, sondern weil die Führungskultur nicht passt. Da fallen Sätze wie ‚Das tue ich mir nicht an.‘ oder ‚Darauf habe ich echt keine Lust (mehr).‘. Das finde ich aus Sicht der Unternehmen besonders besorgniserregend.</p>
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<p>Denn Kultur ist nichts, was sich schnell und einfach ändern lässt. Hier sind Mut, neue Ideen und langer Atem gefragt. Führung ist in diesen Organisationen immer noch durch eher männliche Werte wie Durchsetzungsfähigkeit, Wettbewerb und Kontrolle geprägt. Doch viele Frauen möchten genauso nicht (mehr) führen und auch nicht geführt werden. Werte wie Kooperation, Vertrauen und Ergebnisorientierung stehen für sie im Fokus.</p>
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<p>Doch wie kann dieser Wandel gelingen? Die Antwort ist so einfach wie paradox. Wer mehr Frauen in Führung haben will, muss mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Frauen, die den Wunsch und den Willen haben, etwas zu verändern. Denn Kultur verändert sich dadurch, dass neue Werte vorgelebt werden. Damit das gelingen kann braucht es eine starke Rückendeckung für diese Pionierinnen. Erst dann können sie im Unternehmen wirksam werden und (für Frauen) attraktive Umfelder schaffen. Läuft das gut, kann ein Dominoeffekt entstehen, der die Vorteile der neuen Führungskultur auch in andere Bereiche der Organisation überschwappen lässt und mehr Frauen in Führungspositionen anzieht.</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Frauen in Führung heißt auch Männer in Führung</h2>
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<p>Ich bin davon überzeugt, dass es unser Ziel sein sollte, zu einem guten Gleichgewicht der verschiedenen Werte zu kommen und ein attraktives Umfeld für verschiedene Menschen zu schaffen. Dazu müssen wir mehr Frauen nachhaltig in Führungspositionen bringen. Denn Diversität in Bezug auf Meinung, Haltung und Ideen sowie deren Management im Unternehmen werden in Zukunft einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren sein.</p>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://teilzeittalente.de/mehr-frauen-in-fuehrung/">Mehr Frauen in Führung durch mehr Frauen in Führung</a> erschien zuerst auf <a href="https://teilzeittalente.de">TEILZEIT.TALENTE</a>.</p>
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		<title>Was post-hierarchische Organisationsformen mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun haben</title>
		<link>https://teilzeittalente.de/was-post-hierarchische-organisationsformen-mit-geschlechtergerechtigkeit-zu-tun-haben/</link>
					<comments>https://teilzeittalente.de/was-post-hierarchische-organisationsformen-mit-geschlechtergerechtigkeit-zu-tun-haben/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna Fink]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2020 14:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diversity]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich lese grade ein tolles Buch. Der ‚Loop-Approach‘, beschreibt einen Ansatz zur Transformation von Organisationen. Die Autoren stützen sich dabei unter anderem auf das Rollenmodell der Holocray-Bewegung. Diese geht davon aus, dass Verantwortlichkeiten in Unternehmen nicht mehr an Stellen, sondern an Rollen geknüpft sind. Schauen wir uns ein Beispiel an: In hierarchischen Organisationen gibt es die Position der Führungskraft. Diese Position beinhaltet in der Regel verschiedenste Verantwortlichkeiten: Die strategische Ausrichtung des Teams, zentraler Ansprechpartner zu sein, Informationen im Team zu verteilen, effiziente Kommunikation sicher zu stellen und seit neuestem auch Mitarbeiter*innen als Coach in ihrer Entwicklung zu begleiten. Klingt viel? Ist viel. Und alles können die wenigsten richtig gut. Rollen statt Positionen Rollenbasierte Organisationsmodelle brechen diesen Widerspruch auf und teilen Verantwortlichkeiten nach Kompetenzen im Team auf. Die Position Führungskraft beispielsweise könnte in die Rollen Lead, Transparenzbeauftragte*r, Facilitator und Coach aufgesplittet werden. Diese Aufgaben können dann im Team verteilt werden. Ein* Mitarbeiter*in kann dabei mehrere Rollen einnehmen. Der Vorteil an rollenbasierten Modellen ist, dass eine höhere Entscheidungsqualität und Geschwindigkeit entstehen kann. Und gerade das brauchen Organisationen heute, um mit der enormen Innovationsgeschwindigkeit Schritt halten zu können. In post-hierarchischen Organisationen werden Aufgaben und Verantwortlichkeiten von denjenigen übernommen, die es am besten können. Das steigert die Qualität und macht mehr Spaß, weil Mitarbeiter*innen mehr davon machen können, was sie gut und gerne tun. Gleichberechtigung fördern Gleichzeitig ist es ein Schlüssel zu mehr Gleichberechtigung. Nach meiner Erfahrung scheitert Gleichberechtigung im Management oft an unseren Erwartungen an Führungskräfte. Sie sollen eierlegende Wollmilchsäue sein (siehe oben) und müssen gleichzeitig extrem verfügbar sein. Denn nur so lässt sich der Anschein erwecken, alle Erwartungen erfüllen zu können. Ich persönlich kenne eigentlich niemanden, dem das vollständig gelingt. Egal ob Mann oder Frau, Teilzeit oder Vollzeit. Der Unterschied ist nur, dass sich Männer das vielleicht eher zutrauen und Frauen oft kritischer mit sich selbst sind. Und damit die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit so realistisch einschätzen, dass sie sich davon abschrecken lassen. Verantwortung in Teilzeit ermöglichen Ein rollenbasiertes Organisationsmodell bietet den großen Vorteil, dass ich mich auf das konzentrieren kann, was mit liegt. Zum anderen bietet es Mitarbeiter*innen in Teilzeit die Möglichkeit verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Anstatt für Strategie, Koordination, Transparenz, Kommunikation und das Coaching der Mitarbeiter*innen verantwortlich sein zu müssen, kann ich mir die Rolle(n) rauspicken, die gut zu mir und meinem aktuellen Zeitbudget passen. Ich bin überzeugt davon, dass wir dadurch mehr Frauen und mehr Qualität in Führung bekommen könnten. Aber wo ist der Haken and der Sache? Ganz einfach: Dieses Modell bricht mit vielen Gewohnheiten und es geht ans Eingemachte. Uns zwar ans Geld. Denn rollenbasierte Organisationsmodelle brechen die Vergütungsmodelle der hierarchischen Pyramide auf. Wenn Verantwortung breiter gestreut wird, gibt es keine Rechtfertigung mehr für die (teilweise exorbitanten) Gehälter der Führungsriegen. An dieser Entwicklung haben die wenigsten Führungskräfte Interesse. Und das ist ja auch gut nachzuvollziehen – &#160;ich habe selbst schon darüber nachgedacht, wie das für mich wäre. Mit wie viel weniger könnte ich auskommen? Was brauche ich wirklich zum Leben? Und wie viel Komfort möchte ich aufgeben? Ein großer Schritt für&#8230; Ich glaube, dass diese Modelle in ehemals hierarchischen Organisationen entweder nur über eine längeren Zeit &#8211; in der sich Mitarbeiter*innen gegebenenfalls umorientieren können &#8211; etabliert werden können. Gleichzeitig braucht es einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Und es braucht einen starken Sponsor aus der Spitze der Organisation, der das Modell gegen Widerstände verteidigt. Dieses Paradoxon aufzulösen ist einer der Herausforderungen unsere Zeit. Ich bin gespannt, ob es uns gelingt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://teilzeittalente.de/was-post-hierarchische-organisationsformen-mit-geschlechtergerechtigkeit-zu-tun-haben/">Was post-hierarchische Organisationsformen mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun haben</a> erschien zuerst auf <a href="https://teilzeittalente.de">TEILZEIT.TALENTE</a>.</p>
]]></description>
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<p>Ich lese grade ein tolles Buch. Der<a href="https://www.campus.de/buecher-campus-verlag/business/management-unternehmensfuehrung/der_loop_approach-15599.html"> ‚Loop-Approach‘,</a> beschreibt einen Ansatz zur Transformation von Organisationen. Die Autoren stützen sich dabei unter anderem auf das Rollenmodell der Holocray-Bewegung. Diese geht davon aus, dass Verantwortlichkeiten in Unternehmen nicht mehr an Stellen, sondern an Rollen geknüpft sind. </p>



<p>Schauen wir uns ein Beispiel an: In hierarchischen Organisationen gibt es die Position der Führungskraft. Diese Position beinhaltet in der Regel verschiedenste Verantwortlichkeiten: Die strategische Ausrichtung des Teams, zentraler Ansprechpartner zu sein, Informationen im Team zu verteilen, effiziente Kommunikation sicher zu stellen und seit neuestem auch Mitarbeiter*innen als Coach in ihrer Entwicklung zu begleiten. Klingt viel? Ist viel. Und alles können die wenigsten richtig gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rollen statt Positionen</h2>



<p>Rollenbasierte Organisationsmodelle brechen diesen Widerspruch auf und teilen Verantwortlichkeiten nach Kompetenzen im Team auf. Die Position Führungskraft beispielsweise könnte in die Rollen Lead, Transparenzbeauftragte*r, Facilitator und Coach aufgesplittet werden. Diese Aufgaben können dann im Team verteilt werden. Ein* Mitarbeiter*in kann dabei mehrere Rollen einnehmen. </p>



<p>Der Vorteil an rollenbasierten Modellen ist, dass eine höhere Entscheidungsqualität und Geschwindigkeit entstehen kann. Und gerade das brauchen Organisationen heute, um mit der enormen Innovationsgeschwindigkeit Schritt halten zu können. In post-hierarchischen Organisationen werden Aufgaben und Verantwortlichkeiten von denjenigen übernommen, die es am besten können. Das steigert die Qualität und macht mehr Spaß, weil Mitarbeiter*innen mehr davon machen können, was sie gut und gerne tun.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gleichberechtigung fördern</h2>



<p>Gleichzeitig ist es ein Schlüssel zu mehr Gleichberechtigung. Nach meiner Erfahrung scheitert Gleichberechtigung im Management oft an unseren Erwartungen an Führungskräfte. Sie sollen eierlegende Wollmilchsäue sein (siehe oben) und müssen gleichzeitig extrem verfügbar sein. Denn nur so lässt sich der Anschein erwecken, alle Erwartungen erfüllen zu können.</p>



<p>Ich persönlich kenne eigentlich niemanden, dem das vollständig gelingt. Egal ob Mann oder Frau, Teilzeit oder Vollzeit. Der Unterschied ist nur, dass sich Männer das vielleicht eher zutrauen und Frauen oft kritischer mit sich selbst sind. Und damit die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit so realistisch einschätzen, dass sie sich davon abschrecken lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verantwortung in Teilzeit ermöglichen</h2>



<p>Ein rollenbasiertes Organisationsmodell bietet den großen Vorteil, dass ich mich auf das konzentrieren kann, was mit liegt. Zum anderen bietet es Mitarbeiter*innen in Teilzeit die Möglichkeit verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Anstatt für Strategie, Koordination, Transparenz, Kommunikation und das Coaching der Mitarbeiter*innen verantwortlich sein zu müssen, kann ich mir die Rolle(n) rauspicken, die gut zu mir und meinem aktuellen Zeitbudget passen. Ich bin überzeugt davon, dass wir dadurch mehr Frauen und mehr Qualität in Führung bekommen könnten.</p>



<p>Aber wo ist der Haken and der Sache? Ganz einfach: Dieses Modell bricht mit vielen Gewohnheiten und es geht ans Eingemachte. Uns zwar ans Geld. Denn rollenbasierte Organisationsmodelle brechen die Vergütungsmodelle der hierarchischen Pyramide auf. Wenn Verantwortung breiter gestreut wird, gibt es keine Rechtfertigung mehr für die (teilweise exorbitanten) Gehälter der Führungsriegen. An dieser Entwicklung haben die wenigsten Führungskräfte Interesse. Und das ist ja auch gut nachzuvollziehen – &nbsp;ich habe selbst schon darüber nachgedacht, wie das für mich wäre. Mit wie viel weniger könnte ich auskommen? Was brauche ich wirklich zum Leben? Und wie viel Komfort möchte ich aufgeben?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein großer Schritt für&#8230;</h2>



<p>Ich glaube, dass diese Modelle in ehemals hierarchischen Organisationen entweder nur über eine längeren Zeit &#8211; in der sich Mitarbeiter*innen gegebenenfalls umorientieren können &#8211; etabliert werden können. Gleichzeitig braucht es einen gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Und es braucht einen starken Sponsor aus der Spitze der Organisation, der das Modell gegen Widerstände verteidigt. Dieses Paradoxon aufzulösen ist einer der Herausforderungen unsere Zeit. Ich bin gespannt, ob es uns gelingt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://teilzeittalente.de/was-post-hierarchische-organisationsformen-mit-geschlechtergerechtigkeit-zu-tun-haben/">Was post-hierarchische Organisationsformen mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun haben</a> erschien zuerst auf <a href="https://teilzeittalente.de">TEILZEIT.TALENTE</a>.</p>
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